Im Augenblick, da ich dieses Fumdament baue, das die Web-Plattform für diese Band darstellen soll, die im Übrigen einem stetigen Wandel unterzogen sein wird, läuft "Brother", einer unserer stärksten Songs über meine Anlage.

Als der Song auseinanderfällt, weil Rüd nacheinander beide Stöcke verliert, das Lied sich in heiterem Gelächter auflöst, fällt mir mit einem Schmunzeln ein, welche eigentlich völlig unmöglichen Sachen diese Band schon auf die Bühne gebracht und auch wieder fallengelassen hat. Vielleicht ist es dem fehlenden Ehrgeiz beim Aufbau einer "Karriere" zuzuschreiben, daß keiner in der Band je daran gedacht hat, sich zu kommerzialisieren und Songs zu schreiben, die sich eventuell auch vermarkten lassen.

Viele alte Lieder sind im Ton-Archiv verschwunden, manche sind im neuen Kleid wieder auferstanden. Nur die "Schleudermaschine" scheint wie ein Felsen in Fluß, alle Strömungen innerhalb der Band zu überstehen. Sie ist aber nur der Marker, für die Prozesse die sich immer noch im Übungsraum abspielen, wenn ein neuer Song gebaut wird und jeder versucht, ihn auf seine Weise zu beeinflussen.

Power-Songs, wie "Friday3p.m.", oder "Brother" haben in ihrer unkonventionellen Struktur durchaus den Charakter ihrer alten Vorgänger, was uns nach wie vor jede Menge Kritik einbringt. Nur eines hat sich mit der Zeit wirklich verändert und dies schreibe ich, während "Friday Night" zu Ende geht. Obwohl schon hundertmal geprobt und gespielt, haben manche Songs eine unheimliche Kraft, wie selten zuvor während meiner Zeit bei Elsbeth. Und wenn ich auf der Bühne mit der silbernen Säge zielsicher durch das "verspiegelte Labyrinth" gehe, ohne anzuecken und dabei noch die Aussage der Songs spüre, dann macht es immer wieder großen Spaß, sie zu spielen und zu hören....für uns und unsere wirklichen Freunde.

R.S. am 17.07.2005