Greendoor-Festival am 12.08.06

 

Da mein Heinrich in Reithmering mit Zündungsschaden seinen Geist aufgegeben hatte, musste ich mit der Kati zum Konzert fahren und klapperte nicht schlecht, als ich am Ort des Geschehens ankam. Dieser 12. August war ein ungewöhnlich kalter Tag.

Das Greendoor-Festival in Viehausen, ein Open Air, war grösser aufgemacht, als ich es eigentlich erwartet hatte. Im Hof eines Bauernhauses war die Bühne aufgestellt, gegenüber ein Bierzelt, mit einem fast schon noblen Küchenbereich, einem kleinen Asia-Stand, sowie einer Cocktail-Bar und einem gemütlichen Wein-Ausschank im Haus, nicht den kleinen Alternativ-Schmuck-Stand zu vergessen. Es war alles geboten, was das Herz begehrte und das auf überraschend höherem Niveau. Also nicht das übliche Pommes/Bosna/Pizza-Einerlei. Wenn ich nicht gerade mal wieder das Gefühl gehabt hätte, es fehlte nur ein Pfefferminzblättchen, um zu "platzen", oder wenigstens den Körperumfang beträchtlich zu erhöhen, hätte ich wohl auch den Asia-Laden ausprobiert. Mit den zahlreich dargebotenen Möglichkeiten, sich auf geschackvolle Weise zu paralysieren, musste ich ohnehin vorsichtig sein. Mein Motorrad, die KTM, verweigert ab einer bestimmten Promillegrenze immer seinen Dienst und springt einfach nicht an. Für eine Nacht in Freien war ich aber nicht gerüstet.
Das Konzert hatte für einen Elsbeth-Auftritt in diesen Breitengraden für meine Begriffe wieder einmal einen etwas schrägen Charakter. Für mich persönlich war es einmal mehr die Erfahrung, sich nicht von allen möglichen Dingen ablenken zu lassen, wenn's halt mal nicht so richtig läuft und irgendetwas nicht passt. Mit klammen Fingern ging's dann endlich los. Eher mässiges Interesse bei den Zuschauern, das sich erst gegen Ende des Konzertes etwas steigerte. Tja, so leicht bekömmlich, wie die leckere Schweinelende im Bierzelt sind Songs wie Friday3pm eben doch nicht.
Aber wir haben uns ja seinerzeit auf die Fahnen geschrieben, selbst für die zwei, denen es gefällt und die auf unsere Musik sogar tanzen, zu spielen. Ich schliesse ja immer die besonders ins Herz, die plötzlich bei der Schleudermaschine vor der Bühne herumhuschen, denn wer das macht, betritt eigentlich den familiären Bereich der Elsbeths. Das Motto habe ich mir dann auch mit letzter Kraft in Erinnerung gerufen, obgleich die Lust, sich in der nebenan permanent herüberdröhnenden Bar ein paar Drinks über die Nase zu giessen, ziemlich gross war.
Angenehm, dass ein paar Leute auftauchten, die ich eigentlich nicht auf diesem Fest erwartet hatte. Kollege Marcus, den ich eigentlich ständig im Reinraumanzug beim Job sehe, den Flieger mit öfter in der "Flugschule Servaxx" vertretenen Gästen.
Alles in allem war's dafür, dass wir vor 10 Monaten den letzten Auftritt hatten, ganz ordentlich.
Die Stimmung kam dann mit steigendem Promillepegel und bei den Covernummern der DBUSK.

Sehr interessant fand ich die Bemerkung eines Besuchers, dem mein Gesichtausdruck auf der Bühne nicht gefiel. Vielleicht sollte ich mal explizit darauf hinweisen, dass ich das "böse Element" der Band bin. Dass ich die meiste Zeit im blauen Lichtkegel gestanden bin, hat meiner Gestalt wohl noch eine zusätzliche dämonische Attitüde verpasst. Ich liebe das...
Dabei hatte sich gerade der Henning, welch Unflat, zu morgendlicher Stunde mit einem der Veranstalter angelegt. Das "Missverständnis" wurde dann aber wieder schnell aufgeklärt und bereinigt. Irgendwann hat mich dann aber nichts mehr gehalten und ich "blubberte" nach Hause ins warme Bett.
Als ich zu Mittag nächsten Tages halbwegs ausgeschlafen zurückkam, war der Henning gerade dabei, mit der unermüdlich vokabularen Hilfe eines seiner besonderen Freunde die Lider langsam wieder zu öffnen. Trädei und Rüd schlürften bereits ein Weissbier und schauten dem Arthur von w-boes beim Abbau der Lichtanlage zu. Der Abtransport der Instrumente war im Nu erledigt.
Ich hoffe, dass dieses Greendoor-Festival auch nächstes Jahr wieder stattfindet. Im Gegensatz zur Meinung der anderen Band-mitglieder würde ich als Veranstalter auch dann wieder versuchen den Leuten etwas Besonderes zu bieten. Dann bin ich wohl wieder dort, allerdings ausschliesslich als Gast.